Klimastation / Statistik / Rückblick 2001

Monatliche Rückblicke 2001

2000 2001 2002 Überblick

Januar Februar März April Mai Juni
Juli August September Oktober November Dezember

Januar 2001


Wechselhaft, aber wenig Niederschlag im Januar

Das neue Jahr begann mit sprunghaft steigenden Temperaturen und fallendem Luftdruck. So ging Neujahr eine Reihe schöner Wintertage mit immerhin etwas Schnee zu Ende. Diese Tendenz hielt bis zum 6.1.an. Mit 12,5 C erreichte die Temperatur das Monatsmaximum, während der Luftdruck auf 967 hPa absank. Dann ging es anders herum, es wurde kalt und der Luftdruck stieg bis auf 1011 hPa. Das Minimum der Temperatur lag am 16.1. bei -10,3C. Nun blieb es einige Tage unverändert, bis am 21. Januar, netterweise ein Sonntag, Frau Holle einen neuen Versuch unternahm, winterliche Stimmung zu verbreiten. Am anschließenden Montag schneite es zwar noch einmal recht ordentlich, aber die letzten Flocken waren schon mehr Wasser als Schnee. Die Warmfront ließ nicht nur die weiße Freude sehr schnell verschwinden, sondern kündigte ein Sturmtief an. Dieses hatte sich bereits etwas abgeschwächt, als es unsere Stadt am letzten Wochenende überzog. Trotzdem wurden deutlich höhere Windgeschwindigkeiten gemessen. Außerdem war es an diesem Sonntag unheimlich klar und sonnig. An der Messstation spiegelte sich dies wie folgt wider: Die relative Luftfeuchte war an diesem Tag am niedrigsten und die Strahlungssumme doppelt so hoch wie im Monatsdurchschnitt. Rückblickend fällt auf, dass im Januar besondere Wettererscheinungen hauptsächlich auf die Wochenenden fielen. Im Durchschnitt lag die Lufttemperatur bei 1,5C. Das ist ein Grad über dem langjährigen Mittel. Es gab 16 Eistage (Minimum unter Null) und zwei Tage, an denen auch das Maximum unter Null lag (Frosttage). Der wenige Niederschlag verteilte sich auf 12 Tage. Es kamen nur 18 mm zusammen. So wenig wurde zuletzt im September 1999 gemessen. Im Mittel sind für Januar 37 mm Niederschlag zu erwarten.

Februar 2001


Frühling bereits Anfang Februar

Der letzte Monat begann verheißungsvoll mit relativ kräftigen Schneefall. Am Abend des 1. Februars war plötzlich alles weiß - die Aussichten für die Winterferien waren gut. Zwei Tage blieb es kalt. Sogar über Mittag war Frost. Dann kam eine markante Warmfront: Der Schneefall ging in Regen über, die Temperaturen stiegen drastisch an, und wir erlebten drei angenehme Frühlingstage. Der Schnee war sofort verschwunden, und es zeigten sich Schneeglöckchen sowie Winterlinge, und die Haselsträucher begannen zu blühen. Sicher war auch manche Biene unterwegs. Der wärmste Tag war der 7. Februar mit einem Tagesmittel von 12,5 C und einem Maximum bei 16,2 C. I n der Nacht sank die Temperatur nicht unter 9 C. Eine Phase milder Witterung ist für Anfang Februar durchaus typisch. Die mittlere Dekade des Monats war vor allem durch ein anhaltendes Hoch und damit verbundenen Strahlungstagen gekennzeichnet. Am 10. und 18. wurde für den Luftdruck 20 hPa über dem Durchschnitt registriert. Anschließend lieferte der 23. Februar ein schönes Beispiel für den Durchgang einer Kaltfront. Die Temperatur sank den ganzen Tag, leichter Regen ging in Schnee über und der Luftdruck erreichte sein Minimum. In fünf Tagen fiel er um 39 hPa. In den Morgenstunden des 25. Februar erreichte die Temperatur mit -9,3 C den niedrigsten Wert. Der vergangene Monat war insgesamt 1,9 C wärmer als das längjährige Mittel, aber deutlich kälter als der vorjährige Februar. Im Vergleich zu mittleren Jahren war es etwas trockener. Die 28 mm Niederschlag verteilten sich auf 13 Tage. Wer es noch nicht gemerkt haben sollte, die Tage werden wieder länger. Für den 2. Februar heißt es: "Lichtmeß verlängert den Tag um eine Stunde - für Menschen, Vögel und Hunde." Ende des Monats betrug die Zeit zwischen Sonnenauf- und -untergang schon fast elf Stunden, also drei Stunden mehr als zu Wintersonnenwende.

März 2001


Regen und Schnee im März

Waren wir im Februar erfreut über Schnee, so hielt sich die Begeisterung Anfang März bereits in Grenzen und schlug letzten Montag gar in Unwillen um. Obwohl er seit dem 21. im Kalender steht, lässt der Frühling auf sich warten. In der zweiten Woche des Monats gab es zwar drei warme Tage, mit einer mittleren Lufttemperatur über 10C. Doch dem gegenüber standen jeweils sechs Frosttage am Anfang und gegen Ende des Monats. Das Temperaturmaximum vom Februar (16,2C) wurde um ein halbes Grad verfehlt. So ist der März mit 5,0C seit Juli 2000 der erste Monat, der verglichen mit dem langjährigen Mittel kaum zu warm ist. Interessanter ist diesmal der Niederschlag. Waren die ersten Monate des Jahres deutlich zu trocken, liegt die Monatssumme für März 130% über dem Durchschnitt. Besonders tat sich der 17. März hervor, an dem 26 mm Regen nieder gingen, mehr als im ganzen Januar. Zu dramatischen Überflutungen kam es im Raum Jena nicht. Größtes Problem an den Saalebrücken war das Treibholz. Trotzdem gleicht manche Wiese einem Sumpf. Gärtner und Landwirte müssen sich mit der Aussaat noch etwas gedulden. Entsprechend der feucht-trüben Witterung, war der Luftdruck im März auffallend niedrig. Der Monatsdurchschnitt lag 10 hPa unter dem Mittel. Das ist selten, da sich über längere Zeit normalerweise Tiefs und Hochs ausgleichen. Nicht nur der Zeiger des Barometers meldete die fehlende Sonne, sondern auch der Strahlungssensor, ein Pyranometer registrierte ein Drittel weniger Globalstrahlung als im gleichen Monat des Vorjahres. Am Ende ein Hinweis in eigener Sache: Da die Klimagrößen eher mit dem Sonnenstand in Beziehung stehen als mit der Uhr, wurde die Station nicht auf Sommerzeit umgestellt.

April 2001


Aprilwetter!

Nach dem der Frühling zunächst sehr auf sich warten ließ, gab es Anfang April vier ausgesprochen warme Tage mit Temperaturen bis 20 C. Es wurden frohe Hoffnungen auf sonnige Ostertage geweckt. Doch der freundliche Monatsbeginn erwies sich als Aprilscherz. Es folgten kühle und kalte Wochen. Am 13. April (Karfreitag) war der kälteste Tag mit einem Mittel von nur 2,1 C. Das absolute Minimum wurde mit -2,1 C am 20. gemessen. So war Ostern durch teilweise heftige Schnee und Graupelschauer gekennzeichnet. Erstaunlich, dass die Vegetation sich durch die niedrigen Temperaturen kaum bremsen ließ. Es wuchs und grünte auch ohne Sonne. Erst in den letzten Tagen wurde es sprunghaft wärmer. Das Maximum der Temperatur von 24,4 C wurde am 30. April erreicht. So lag am Ende das Monatsmittel für die Lufttemperatur mit 8,4 C nur zwei Zehntel unter dem langjährigen Durchschnittswert. Nach dem der März (99 mm) ausgesprochen feucht war, fielen im April nur 36 mm Niederschlag. Der langjährige Mittelwert beträgt 57 mm. Regen und Schnee verteilten sich auf 20 Tage, wobei am 17. April mit 6 mm die größte Niederschlagsmenge registriert wurde. Trotz wechselhaftem Wetter hielten sich die Luftdruckschwankungen in Grenzen. Am markantesten war der schnelle Druckabfall vom 14. zum 15. April, wo der Luftdruck in 25 Stunden um 22 hPa fiel. Auf den ganzen Monat bezogen, lag der Luftdruck etwas unter dem Durchschnitt, was für April durchaus typisch ist. Wind war ähnlich wie im Vormonat häufig zu verzeichnen. Der Anteil der Windstille mit Luftbewegung von höchstens 0,2 m/s betrug nur 6 %. Alles in Allem machte der April seinem Ruf alle Ehre: "Bald trüb und rauh, bald licht und mild, April - der Menschen Ebenbild."

Mai 2001


Mai warm und trocken

Das Wettergeschehen im Mai lässt sich in drei durch sparsame Niederschläge getrennte Abschnitte unterteilen. Besonders turbulent ging es gleich zu Beginn des Monats zu. Nachdem am 3. Mai zum Tagesangbruch nur kühle 8,6 C gemessen wurden, kletterte die Lufttemperatur am Nachmittag auf erstaunliche 29,9 C. Auf dem Fuße folgten drei kühle Regentage, die einzigsten Tage mit Mittelwerten unter 10 C. Man könnte von um eine Woche verfrühten Eisheiligen sprechen, aber Frost blieb zum Glück für Obst- und Weinbauern aus. Das absolute Minimum der Temperatur lag bei 5,2 C. Dieser Einschnitt beendete die erste Wetterphase und die Blüte von Kirsche und Birne. Danach blieb es bis zur Monatsmitte trocken und sonnig. Erst zur kühlen Sophie am 15. gab es den nächsten Regen, aber keinen Kälteeinbruch. Drei weitere Tage mit geringem Niederschlag folgten, bevor sich erneut eine Reihe herrlicher Sonnentage anschloss, die bis zum letzten Wochenende anhielt. Kurioserweise war es zu Himmelfahrt besonders trocken, d.h. die relative Feuchte erreichte mit 20 % ihr Minimum! Am 28. brachten Tiefausläufer wieder etwas Regen. Insgesamt lagen die Niederschläge im Mai 23 % unter und die Lufttemperatur 1,9 C über dem langjährigen Mittel. Von "Mai kühl und naß ..." kann also nicht die Rede sein. Schauen wir, was im Jahreslauf daraus wird. In den letzten Tagen war im Freien bereits der Duft des Holunders zu erleben.

Juni 2001


Juni war zu kalt

Im Monat der Erdbeerernte war wärmender Sonnenschein selten. Bei einer Durchschnittstemperatur von 14,9 C war der Juni zwei Grad kälter als das langjährige Mittel und auch kälter als der diesjährige Mai. Open Air Veranstaltungen wie z.B. im Innenhof der Uni konnten nur unerschrockene Kunstfreunde locken. Lediglich die letzten Tage fielen positiv aus dem Rahmen. Zählt die Klimastation der Fachhochschule im letzen Juni 14 Sommertage, so kletterte heuer das Thermometer nur vier mal über 25 C. Das Minimum der Temperatur lag bei 6 C. Nach dem herrlichen Juni im vergangen Jahr kam ein ungemütlicher, kalter Juli. Hoffen wir, dass es dies Jahr umgekehrt sein wird und uns eine sonnige Zeit bevorsteht. Niedrigere Temperaturen bewirken ein höhere relative Luftfeuchtigkeit. Die wurde mit durchschnittlich 77% auch gemessen. Zweimal war im Talkessel sogar dicker, weißer Morgennebel zu beobachten. Weiterhin war für den vergangenen Monat kennzeichnend, dass es keine stabilen Wetterphasen gab, aber auch keine großen Umschwünge oder Turbulenzen. Der Luftdruck stellte sich nahe des Mittelwertes von 992 hPa (für 210 m ü. NN) ein und schwankte lediglich in einem Bereich von 979 bis 1000 hPa. Die Niederschläge verteilten sich relativ gleichmäßig auf den Monat und fanden meistens in Form leichter bis mittlerer Gewitter zur Erde. Am Spannendsten war da wohl noch der 16. Juni, wo es gegen 14 Uhr sehr dunkel wurde. In der folgenden halben Stunde fielen 6 mm Regen und die Temperatur rutschte um 7 C nach unten. Insgesamt gesehen sind 64 mm Niederschlag für Juni unterer Durchschnitt.

Juli 2001


Juli - ganz schön warm

Nach dem eher kühlen Juni bescherte uns der Juli tatsächlich den erhofften Sommer, einen Hochsommer wie er im Buche steht. Die ersten heißen Tage gab es bereits am 6. und 7. des Monats. Dann brachten heftigste Regenfälle etwas Abkühlung. Alleine am 7. Juli wurden auf dem Campus der Fachhochschule 50 mm Niederschlag erfasst (1 mm gleich 1 l/m²). An anderen Stellen der Stadt dürften es sogar noch mehr gewesen sein. Übers gesamte Wochenende kamen 67 mm zusammen - etwa soviel wie im ganzen Vormonat - und zur Arena-Overtüre in Lobeda wurden Regenumhänge verteilt. Eine Woche später wurde es noch einmal sehr nass. Sonn- und Montag lieferten 46 mm Regen. Da die Regengüsse jeweils aufs Wochenende fielen, erschien die erst Monatshälfte manch einem schauerlicher als sie war. Immerhin gab es bei der erstaunlichen Monatsbilanz von 130 mm Niederschlag 20 Tage ohne einen Tropfen. Die zweite Hitzeperiode begann unterstützt von Hochsommerhoch "Fabiola" am 22. und hielt bis Monatsende an. Die Tagesmaxima lagen deutlich über 25 C, fünf mal sogar über 30 C. Entsprechend groß war das Getummel in den Freibädern! Der Bauernweisheit "Im Juli muss braten, was im Herbst soll geraten." bezieht sich aber wohl auf etwas anderes. Die Höchsttemperatur wurde mit 32,9 C am 28. gemessen. An einigen Tagen herrschten auch um Mitternacht noch angenehme 20 C, was unter anderem der Filmarena beeindruckend Besucherzahlen bescherte. Aus dem Rahmen fiel mit 8,6 C dagegen das Minimum der Lufttemperatur vom 18.Juli. Das Monatsmittel von 19,6 C lag etwas über dem langjährigen Mittel.

August 2001


August - ein heißer Sommer

Konnten wir bereits im Juli den Sommer preisen, erlebten wir im August noch eine Steigerung. Obwohl die Sonne mittags schon wieder etwa 10 Grad niedriger stand und die Tage entsprechend kürzer waren, lag das Mittel der Lufttemperatur mit 20,1 C wenige Zehntel über dem des Vormonats und fast drei Grad über dem langjährigen Mittel. Einigen war es schon zu viel des Guten, andere bedauerten lediglich, dass mit Schulbeginn am 9. August der Urlaub schon vorbei war. Gewissermaßen Glück im Unglück hatten Schüler und Lehrer, denn es wurde richtig heiß, und Hitzefrei war unabwendbar. Der absolute Höhepunkt des Hochsommers, sozusagen die "Spitze des Eisbergs" waren die Tage um den 15. August mit über 30 C und einem Temperaturrekord von 36,7 C! Gewitter, übermäßige Regenfälle oder ähnliche Ereignisse blieben aus. Charakteristisch für den vergangenen Monat waren die warmen Nächte, die kaum eine Abkühlung brachten. Statt dessen brachte das letzte Wochenende noch einmal drei heiße Tage allerdings bei höherer Luftfeuchtigkeit! Erst eine von Nordwesten kommende Kaltfront, die Jena am Montag kurz vor 12 erreichte, setzte der Hitzewelle ein Ende. Niederschlag gab es im August eher wenig. Die Regentonne im Garten war schnell leer. Pflanzen mit tieferen Wurzeln, zum Beispiel die Weinreben konnten aber vom Überschuss des Vormonats zehren und gut gedeihen. Insgesamt fielen 32 mm, verglichen mit dem langjährigen Mittel also nur die Hälfte. Die größte Tagessumme verzeichneten wir mit 10 mm für den 3. August. Die letzten Tage gaben einen Vorgeschmack auf einen typischen Spätsommer: Sonnenschein bei gemäßigten Temperaturen, klare Luft mit guter Sicht und blauem Himmel und ein heiteres Spiel filigraner Wolken.

September 2001


Grauer September

Im August berichteten wir von Temperaturrekorden und Hitzefrei. Davon war im September nichts mehr zu spüren. Das Wetter hatte sich recht schnell und grundlegend gewandelt. Die häufig auftretende, typisch spätsommerliche Schönwetterperiode mit reichlich Sonnenschein blieb aus. Ebenso lies ein schöner Frühherbst, oft verbunden mit einer anhaltenden Hochdruckwetterlage, auch Altweibersommer genannt, bis jetzt auf sich warten. (Wahrscheinlich kommt er zu unserem Campusfest in der zweiten Oktoberwoche!) An den ersten vier Septembertagen hatten wir noch Temperaturen bis 20C, dann wurde es deutlich kühler. Der 9. und 18. waren mit weniger als 11C Tagesmittel die kältesten Tage des Monats. Ende September wurde es zwar wieder merklich wärmer und zu Sankt Michael am Samstag den 29. wurden noch einmal 21 C gemessen. Überhaupt gab es an den Wochenenden hier und da Tage, die schöner waren als angekündigt. Im Großen und Ganzen war es feucht und kühl. Mit 13,1C Monatsmittel lag die Lufttemperatur ein Grad unter dem langjährigen Mittel. Dafür regnete es etwas mehr als sonst im September üblich: 55 mm verteilt auf 22 Tage, woran die zweite Woche mit 31 mm den größten Anteil hatte. Im Mittel gehört der September, wie auch der Oktober, zu den Monaten mit dem höchsten Luftdruck, was meistens mit beständigem Wetter und guter Fernsicht einher geht. Diesmal lag der Luftdruck deutlich, d.h. 5 hPa unter dem Jahresdurchschnitt. Trotz der trüben Bilanz bleibt festzustellen, dass sich auch in diesem Herbst das Laub wundervoll färbt, vielleicht sogar dezenter und vielfältiger als sonst. Außerdem sind unter anderem reichlich köstliche Pflaumen gewachsen, die auch als Mus vorzüglich schmecken.

Oktober 2001


Schöner Oktober

Schöner Oktober, anders kann man es wirklich nicht bezeichnen. Bis zum 19. des Monats lagen die Tagesmittel der Lufttemperatur über 10C, einmal sogar bei 20C. Dreimal wurden Tagesmaxima von über 25 gemessen. In diese schöne Zeit fiel auch unser Campusfest - geradeso, als wäre die Sonne extra zum 10-jährigen Jubiläum der Fachhochschule bestellt worden! Apropos Sonne, die Globalstrahlungssumme für Oktober war mehr als dreimal so hoch wie im September, den wir wohl zu recht als "grau" eingestuft hatten. Wegen der kürzeren Tage und des niedrigeren Sonnenstandes ist diese Tendenz normalerweise eher anders herum. Die letzten Strahlungstage brachten die ersten kalten Nächte. An unserem Standort wurden am Morgen des 21. Oktober 4,3C gemessen. Frost gab es noch nicht. Im Mittel sinkt das Thermometer im Oktober in zwei Nächten unter Null. Bodenfrost ist sogar vier mal zu erwarten. Glück gehabt! Aber der Oktober war mit 13,3C im Mittel ohne hin reichlich drei Grad wärmer als das langjährige Mittel. Regen fiel entsprechend weniger, d.h. nur 38 mm (ca.50%). Die Niederschlagssumme verteilte sich auf 14 Tage, wobei an fünf Tagen nur 0,1 mm (100ml/m²) registriert wurden, man also von Regen kaum sprechen kann. Hier spiegelt sich die teilweise starke Nebel- und Taubildung wider. An einigen Tagen zogen schon in den Abendstunden die ersten Schwaden durchs Saaletal und erst gegen Mittag des Folgetages löste sich der Nebel wieder auf

November 2001


Viel Regen im November

Endlich ein Monat, der nicht zu warm war! Oder hätte sich jemand ein Anhalten des warmen Oktoberwetters gewünscht? Die ersten Novembertage waren noch einigermaßen freundlich: ohne Niederschlag, Sonnenschein, Temperaturen bis 12C und das Barometer zeigte bei 21 hPa über Normal mehr als "schön" an. Die Saale führte relativ wenig Wasser. Das Wehr an der Paradiesbrücke lag trocken. Mit der zweiten Woche des Monats kam jedoch eine mächtige Wetteränderung. Zunächst registrierte unsere Station am Morgen des 6. den ersten Frost. Der Luftdruck fiel rasant und erreichte am 8. sein bisheriges Jahresminimum von 962 hPa, 30 hPa unter Normal! Das ganze ging glücklicherweise ohne Sturm ab. Regen gab es hingegen reichlich. Alleine am 8. November kam fast soviel zusammen wie im gesamten Oktober (!) nämlich 30 mm. Das Minimum der Lufttemperatur folgte zu Sankt Martin (11.11.) mit minus 4,5C. Der Luftdruck stieg noch einmal auf 1013 hPa (16.11.), aber von einigen wenigen Sonnenstunden abgesehen blieb der Rest des Monats kühl und sehr feucht. Eben November. Über den ganzen Zeitraum gesehen gab es mit 79 mm nicht nur nahezu doppelt so viel Niederschlag wie sonst, sondern auch die relative Feuchte lag wesentlich höher als das langjährige Mittel. Den einen mag es bei soviel Ungemütlichkeit im nachhinein noch schaudern. Besser dran ist, wer es positiv sehen kann: "Im November viel Naß - auf den Wiesen viel Gras." So sagt es ein Bauerweisheit mit eigenwilligem Reim.

Dezember 2001


Schnee im Dezember

Der Dezember begann relativ mild bis am 9. die Temperatur ganztägig unter dem Gefrierpunkt blieb. Weitere Frosttage waren der 14. und 15. sowie der 23. Dezember. Letzterer, der 4. Advent, war ein herrlicher kalter aber sonniger und klarer Wintertag, an dem wir auch die niedrigste Temperatur des ganzen Jahres registrierten: -12,7 C. Die weiße Weihnacht war nicht von langer Dauer. Bereits am ersten Feiertag brachte ein kräftiger Wind milde Meeresluft und Regen. Dieses sogenannte Weihnachtstauwetter tritt in den letzten Jahrzehnten häufig auf, meistens schon vor dem Fest. Diesmal hielt es nicht lange an. Ende des Monats gab es wieder Schnee und Frost bis -9,5C. Insgesamt war der Dezember mit 0,5C deutlich kälter als im langjährigen Mittel (1,7C). Niederschlag gab es mit 50,5 mm etwas mehr als im Durchschnitt. Teils fiel er als Schnee, der sich in Form von Verwehungen mancher Orts beeindruckend auftürmte und teilweise den Verkehr beeinträchtigte. Die stürmischsten Tage waren der 24. und 28. Dezember, typische Vorboten für Wetteränderungen. Wind entsteht aus Luftdruckunterschieden. Sprachen wir bereits im November von Spitzenwerten, so wurden diese noch übertroffen: Am 9.12. erreichte der Luftdruck mit 1017 hPa den höchsten Wert für 2001. Für das gesamte Jahr 2001 betrugen die Lufttemperatur 10,0C und der Niederschlag 682 mm. Damit lag die Temperatur auf dem Campus der Fachhochschule acht Zehntel über der Vergleichsperiode 1961-90 (Schillergäßchen), aber deutlich unter dem Wert für 2000. Der Niederschlag war hingegen recht üppig, besonders im Juli. Das langjährige Mittel der Jahressummen wurde um 16% überboten, während 2000 dieses Mittel nur um 1,1 mm verfehlt wurde. Bei all den vielen Wetterumschlägen bestätigte sich doch eine alte Weisheit: "Friert zu Silvester Berg und Tal, geschieht's dies Jahr zum letzten Mal."

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