Klimastation / Statistik / Rückblick 2006

Monatliche Rückblicke 2006

2005 2006 2007  Überblick

Januar Februar März April Mai Juni
Juli August September Oktober November Dezember

Januar
Anhaltende Kälte im Januar

Der Januar war gekennzeichnet durch trockene Kälte, die auch nach Monatsende anhält. Nur an vier Tagen wurden keine Minusgrade gemessen. Zwei davon lagen gleich zu Beginn des Monats. Später gab es nur noch um den 20. Januar ein sehr kurze wärmere Phase mit einem Maximum der Lufttemperatur von 6,8C sowie Regen. Die Zahl der Eistage mit Dauerfrost lag hingegen bei sieben. Unter Hochdruckeinfluss war die letzte Dekade besonders frostig. Der kälteste Tag war mit einem Mittelwert von -10,8C der 23.1. und das absolute Minimum folgte am nächsten Morgen mit -13,6C. Im Monatsmittel lag die Lufttemperatur bei -2,1C und damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von +0,4C. Damit war der Januar 2006 der kälteste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen an der Fachhochschule, d.h. mindestens seit 1999. Bisher hatte der Februar 2003 mit -1,6C diesen Platz inne. Der strenge Frost führte u.a. dazu, dass die Saale an einigen Stelle komplett zufror und dass auf mancher Baustelle doch mal eine Winterpause eingelegt werden musste. Die Gradtagszahl zur Ermittlung von Energiekennwerten lag mit 686 K für 31 Heiztage vergleichsweise hoch. Dieser Wert ist vor allem heizungstechnisch relevant. Der Natur wird die Kälte gut bekommen, jedenfalls verkünden dies viele Bauernregeln wie z.B.: "Im Januar dickes Eis - im Mai ein üppig Reis." Eine leichte Schneedecke wäre allerdings vorteilhaft gewesen. Die wenigen Niederschläge von 16 mm fielen meist als Regen. Wintersport war daher nur in den höheren Lagen möglich. Dort war es zum Monatsende sogar wärmer! Eine stabile Inversionswetterlage führte dazu, dass Brocken und Fichtelberg Plusgrade meldeten, während in Jena und anderen Orten zweistellige Minusgrade gemessen wurden. Mit 30,6 kWh/m² war die Sonneneinstrahlung höher als in anderen Jahren. Der kalte 24.1. war der Tag mit der klarsten Atmosphäre. Sowohl Global- als auch UV-Strahlung wiesen hier eindeutige Maxima auf.

Februar
Auf und ab im Februar

Die Witterung im Februar war vielfältig und wechselhaft. Es gab Schnee und Regen, Sonne und Nebel, Winter und Frühling. In der ersten als auch nochmals in der letzten Woche waren je zwei Eistage zu verzeichnen. Das Minimum erreichte die Lufttemperatur jedoch mit -9,3C am 14. Februar. Dazwischen gab es in Verbindung mit Tiefdruckwetterlagen frostfreie Phasen. Am 19. wurde mit 10,2C die höchste Temperatur des Monats gemessen. An geschützten Stellen kündigten sich die ersten Frühblüher an. Doch vom 20. bis 26. blies der Wind teilweise recht kräftig aus Norden bzw. Nordosten und brachte wieder kalte Luft in unsere Region. Mit 0,4C war der Februar insgesamt ein Grad kälter als in der Referenzperiode 1961 bis 90. Niederschläge fielen teils in fester teils in flüssiger Form. Eine Schneedecke konnte sich in Jena immer nur kurzzeitig halten. Besonders winterlich war es nach den etwas reichlicheren Schneefällen am 9. und 10. Februar. Eingeleitet wurde dieses Ereignis mal wieder mit einem Wintergewitter. Dabei wurde es mittags besonders plötzlich dunkel und gewissermaßen in einem Wurf war alles mit einer weißen Hülle bedeckt. Sogar in der Nacht zum Rosenmontag schneite es noch einmal. Im Ganzen kamen 26 mm Niederschlag zusammen. Das sind 8 mm weniger als im Durchschnitt. An Überflutungen oder Schneechaos wie in anderen Landesteilen war hier nicht zu denken. Ansonsten lässt sich noch ergänzen, dass es im Februar weniger Sonnenschein aber etwas mehr Wind gab als in anderen Jahren.

März
Langer Winter

Von einem leisen Hoffnungsschimmer gegen Ende des Monats abgesehen, war der März von Dauerfrost und schauerartigen Schnee- bzw. Regenfällen geprägt. Gegen Ende der ersten Dekade gab es einen kurzen milden Tag mit Temperaturen bis 10C. Krokusse und Winterlinge nutzten diese Chance. Doch ein umfangreiches Hochdruckgebiet mit Zentrum über Skandinavien und Nordrussland sorgte für erneute Kaltluftzufuhr aus nordöstlicher Richtung. Eine weitere Serie von Frost- und Eistagen folgte. Das Minimum der Lufttemperatur wurde am 14. März mit -8,0C erreicht! Auch zum offiziellen Frühlingsanfang war ein Ende des Winters nicht wirklich abzusehen. Die Nordhänge waren noch weiß und der Schleichersee von einer Eisschicht bedeckt. Erst in der letzten Woche setzte wechselhafte Witterung mit teilweise höheren Temperaturen ein. Am 27. März wurden an der Fachhochschule 19,8C gemessen. Sprach man schon im Vorjahr von einem langen Winter, so war der März 2006 mit nur 2,8C mit Abstand der kälteste seit Beginn der Messungen an der Fachhochschule und zwei Grad kälter als das langjährige Mittel. Die Zahl der Frosttage lag mit 22 mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt. Niederschlag fiel mit 62 mm im März reichlich. Im Mittel sind es für Jena 43 mm, allerdings sind starke statistische Schwankungen und erhebliche lokale Unterschiede bei dieser Klimagröße recht häufig. Mit 16 mm regnete es am 9. März am meisten. Bis Mitte des Monats fiel auch immer wieder Schnee. Sowohl um den 11. als auch zum Ende des Monats stieg der Saalepegel bedrohlich an. Zum Regen auf gefrorenem Boden kam die Schneeschmelze. Die Sonne hielt sich überwiegend bedeckt. Mit 73 kWh/m² lag die Globalstrahlung für März etwa 12% unter den Werten der vorangegangen Jahre. Der Sonnenfinsternis am 29.3. kann man dies wohl nicht anlasten. Wer diese ohne Wolken und in ihrer Totalität beobachten wollte, musste sich auf eine größere Reise begeben.

April
Endlich Grün

Die ersten Apriltage unterschieden sich kaum von der anhaltenden winterlichen Witterung des Vormonats. Schwach ausgeprägte Hoch- und Tiefdruckgebiete wechselten einander ab. Die Luftdruckschwankungen waren über den ganzen Monat ausgesprochen gering. Am 6.4. wurden noch einmal Temperaturen bis -0,5C gemessen. Zu Ostern war eine leichte Erwärmung zu verzeichnen, doch die "ohnmächtigen Schauer körnigen Eises" fehlten nicht. Eine warme Witterungsperiode mit Werten über 20 Grad sorgte in der zweiten Monatshälfte für einen Wachstumsschub in der Natur. Endlich wurde es merklich grün! Plötzlich öffneten die Magnolien ihre Knospen und wenige Tage später folgte der markante Löwenzahn. Am 25. April wurde mit 24,2C die höchste Temperatur des Monats registriert. In den meisten Nächten blieb es bedeckt und die Auskühlung hielt sich in Grenzen. So war insgesamt der April mit 9,6C doch noch ein Grad wärmer als das langjährige Mittel. Das überwiegend wechselhafte Wetter führte auch zu einer recht niedrigen Sonnenscheindauer. Der Wert für die Globalstrahlung lag etwa 20% unter denen der vergangenen Jahre. Mehr Wolken führen in der Regel zu mehr Regen. Mit 45 mm war die Niederschlagssumme auch die höchste seit 2000, lag aber immer noch unter dem Mittel aus dem Vergleichszeitraum 1961-90. Am 26.4. führten hohe Lufttemperaturen, verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit zu einem beachtlichen Gewitter mit teilweise erheblichen Regenfällen. Die Saale war Stunden später von fortgespülter Erde deutlich verfärbt. An der Fachhochschule jedoch wurden an diesem Tag nur unspektakuläre 7 mm registriert. Niederschläge können generell hohe lokale und statistische Schwankungen aufweisen.

Mai
Am Ende sehr feucht

Nach einem kühlen Morgen mit einem Minimum der Lufttemperatur von 2,4C, welches den ganzen Monat nicht unterboten wurde, begann der Mai eher sommerlich. Hoch "Paul" über Skandinavien sorgte fast zwei Wochen lang für die Zufuhr ausgesprochen trockener Luft aus Nordosten. Während der Sonneneinstrahlung über Tag erwärmte sich die Luft auf angenehme 20 bis 25C. Verbunden damit war merklich aufkommender Wind, der sich erst nachts wieder beruhigte. Zu den "Eisheiligen" erreichte diese Witterungsphase ihren Höhepunkt. Mit 25,9C wurde am 12. Mai die höchste Temperatur des Monats gemessen. Am 13. und 14. fielen dann die ersten nennenswerten Niederschläge. Ein Frontendurchgang führte am Abend des 20. Mai zu einem kurzzeitigen Abfall des Luftdrucks verbunden mit heftigen Regenfällen und Sturm. Die Anströmung aus südwestlicher Richtung hielt bis zum Monatsende und darüber hinaus an. Die Temperaturen sanken stetig, Sonnenschein wurde selten und Regen immer reichlicher, unter anderem auch am Himmelfahrtswochenende. Der 31. Mai war mit einer Regensumme von 16 mm nicht nur der feuchteste Tag, sondern mit einer durchschnittlichen Temperatur von nur 8,7C auch der kälteste. In höheren Lagen gab es sogar Schnee! Wahrlich kein Wetter für Freiluftveranstaltungen. Infolge der sonnigen Tage in den ersten Wochen, erreichte die Monatssumme der Globalstrahlung mit 157 kWh/m² einen relativ hohen Wert. Die kurzzeitigen Spitzenwerte werden allerdings registriert, wenn ein Teil des Himmels mit Wolken bedeckt ist, welche infolge von Reflektion noch "heller" sind als der blaue Himmel. Wegen der hohen Einstrahlung lag die mittlere Monatstemperatur mit 14,6C etwas über dem langjährigen Mittel. Die Summe der Niederschläge betrug am Monatsende 84 mm, das sind 22 mm mehr als im Durchschnitt. Damit war der vergangene Mai der niederschlagreichste in den vergangenen sechs Jahren.

Juni
Sonnig und trocken

Nach dem der Mai überraschend kalt endete, begann auch der Juni recht kühl. Am 7.6. wurde mit 4,8C die niedrigste Junitemperatur seit Bestehen der Station an der Fachhochschule gemessen. Danach wurde es deutlich wärmer. Schon am 13.6. war die 30-Gradmarke überschritten. Insgesamt waren im Juni sechs Tropentage zu verzeichnen. Wärmster Tag war der 25. des Monats, als exakt 32C gemessen wurden. Zwischen den heißen Tagen gab es mehrfach Störungen, die für etwas Abkühlung und teilweise heftige Niederschläge sorgten. Besonders eindrücklich war ein Gewitter am 16.6. als mit dem kräftigen Regen auch Hagelkörner bis Wallnussgröße zur Erde prasselten. An diesem Tag kamen 18 mm Niederschlag zusammen. Die auftretenden Schäden hielten sich im Raum Jena glücklicher Weise in Grenzen. Andere Gewitter fielen bescheidener aus, so dass die Regensumme mit 43 mm deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt lag. Für die Sommeroper im Uni-Innenhof und andere Freiluftveranstaltungen war diese trockene Phase geradezu ideal. Die Vegetation hätte allerdings mehr Feuchtigkeit vertragen. Der enorme Wachstumsschub mit einsetzen des warmen Wetters war sehr schnell vorbei. Ende des Monats verdiente manche Grünfläche ihren Namen schon nicht mehr. Die mittlere Lufttemperatur lag im Juni mit 18,2C eineinhalb Grad über dem langjährigen Mittel und entsprach dem Durchschnittswert für Juli. Zur weitestgehend sommerlichen Witterung gehörte auch reichlich Sonnenschein. Mit 177 kWh/m² erreichte die Globalstrahlung eine Monatssumme, wie sie die letzten beiden Sommer nicht erzielt wurde. Lediglich im Juni des 2003 war die Sonneneinstrahlung bisher höher.

Juli
Trockene Hitze

Nach dem warmen und trockenen Juni steigerte sich die sommerliche Witterung im Juli zu außergewöhnlicher Hitze und Trockenheit. Die Situation übertraf die Verhältnisse vom August 2003, dem sogenannten Jahrhundert Sommer. So wurde am 20.7. an der klimatologischen Messstation der Fachhochschule Jena mit 37,6C ein neuer Temperaturrekord aufgestellt. Das Tagesmittel der Lufttemperatur betrug an diesem Tag 28,1C! Für den ganzen Monat lag der Mittelwert der Temperatur mit 23,8C knapp sechs Grad über dem langjährigen Mittel. An 20 Tagen wurde die 30-Grad-Marke erreicht oder überschritten. Im August 2003 gab es "nur" 12 dieser heißen Tage. Auffällig war auch die geringe Abkühlung am Abend und in der Nacht. In fünf Nächten sank die Temperatur nicht unter 20C. An Erfrischung war also auch nachts nicht zu denken. Bedingt durch die stabile Hochdruckwetterlage hielt die ausgesprochen sommerliche Witterung fast den ganzen Monat an. Ein wenig kühler war es nur in der Monatsmitte. So wurde am 15.7. mit 11,2C die niedrigste Temperatur gemessen. Bis Ende Juli 2006 war es auch trockener als im Sommer 2003. Da schon der Juni sehr regenarm war, wirkten sich fehlenden Niederschläge im Juli teilweise dramatisch aus. Die Hälfte des spärlichen Nass fiel erst in den letzten Tagen des Monats. Als es am 23.7. an einigen anderen Orten zu starken Gewittern kam, blieb es im Stadtgebiet trocken. Mit nur 15 mm war die Monatssumme 37 mm geringer als im Vergleichszeitraum von 1961-90. Hier sei angemerkt, dass in dieser 30-jährigen Periode die Niederschläge für Juli niedriger ausfielen als in den beiden vorangegangenen. In den Jahren 1901 bis 1960 war in Jena (Schillergäßchen) der Juli bedingt durch Sommergewitter im Durchschnitt mit 77 mm der regenreichste Monat des Jahres. Die großen statistische Schwankungen sind mit der Lokalität besonders von heftigen Niederschlagsereignissen zu erklären. Erinnert sei an den Juli 2001 als an der Fachhochschule 130 mm registriert wurden.

August
Sehr viel Regen

Dem bislang heißesten Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen steht ein nasser, gleichmäßig wechselhafter und eher kühler August gegenüber. Zahlreiche Tiefdrucklagen über Mitteleuropa sorgten für ungewöhnlich viele Regentage. Die Niederschläge waren teilweise sehr intensiv. Am Standort Carl-Zeiss-Promenade wurden insbesondere am ersten Augustwochenende 22 und 44 mm Regen pro Tag gemessen. Damit war die lange Trockenheit vorbei. Es folgten viele kleinere Niederschlagsereignisse und auch einige Gewitter. Von Unwettern blieb Jena jedoch verschont. An nur sechs Tagen wurde gar kein Niederschlag registriert, was in den letzten Jahren nicht mal im Dezember, dem Monat mit der höchsten Niederschlagswahrscheinlichkeit, vor kam. Am Monatsende belief sich die Regensumme auf 133 mm bzw. 133 l/m², ein neuer Höchstwert in der kurzen Geschichte der klimatologischen Messstation der Fachhochschule Jena. Im langjährigen Mittel sind in Jena für den August lediglich 72 mm Regen zu erwarten. Auf Grund der reichlichen Bewölkung gab es wenig Sonnenschein und die Freibäder mussten von den Einnahmen des Vormonats zehren. Mit 115 W/m² fiel die Globalstrahlung deutlich niedriger aus als in anderen Jahren. Die Lufttemperatur bewegte sich in einem relativ kleinen Bereich von 9,6C am 14. August und 28,2C am 19. des Monats. Es gab nur 4 Sommertage - im Vormonat wurde die 25-Gradmarke 28 mal erreicht und überschritten. Keine Überraschung also, dass der August mit 16,9C im Vergleich zum klimatologischen Mittel fünf Zehntel kühler als im Durchschnitt aus fiel. Bereits 2005 war der August nicht sehr sommerlich und nur ein Zehntel wärmer als der letzte Monat. Es folgten im Vorjahr sehr schöne Wochen sowohl im September als auch im Oktober. So bleibt auch für dies Jahr die Hoffnung auf einen schönen Herbst.

September
Sehr warm und sonnig

Ähnlich wie im Jahr zuvor folgte auch 2006 nach einem wechselhaften und eher kühlen August ein trockener, warmer und sonnenscheinreicher September. Zahlreiche Tage waren geprägt von ruhigem Hochdruckwetter mit Temperaturen über 25C. Besonders warm war die erste Woche des Monats. Am 7.9. wurden sogar 31,2C gemessen. Noch am gleichen Tag kam es allerdings zu einem kräftigen Gewitter. Dann folgten charakteristische Strahlungstage mit kalten Nächten. Das Minimum der Lufttemperatur wurde mit 7,1C am 10.9. registriert. Erst die Ausläufer von Tief "Nora" brachten zu Beginn der zweiten Monatshälfte ein paar Wolken. In der Umgebung regnete es am 18.9. teilweise etwas heftiger als in Jena, was dann auch zu kleineren Überschwemmungen führte. Die Saale war anschließend zwei Tage vom abgeschwemmten Bodenmaterial auffällig rotbraun gefärbt. Doch schnell wurde es wieder wärmer und sonnig. Genau das richtige Wetter für eine spätsommerliche Radtour oder einen letzten Weinabend unter freiem Himmel. Insgesamt war der September mit 18,2C reichlich zwei Grad wärmer als der August und vier Grad wärmer als das langjährige Mittel. Damit avancierte er zum wärmsten September in den letzten Jahren. Die Niederschläge lagen mit 39 mm knapp unter dem Durchschnitt. Sie konzentrierten sich im wesentlichen auf drei Tage in etwa gleichen zeitlichen Abständen. Am 7. und 27. fielen jeweils 14 mm und am 18.9. waren es 8 mm. An 26 Tagen viel gar kein oder nur sehr geringer Niederschlag. Insofern wundert es nicht, dass reichlich Sonnenschein zu verzeichnen war und die Globalstrahlung mit 114 kWh/m² in der Monatssumme die höchsten Werte für einen September seit Beginn der Aufzeichnungen erreichte. So war man wohl allgemein mit dem vergangenen Monat zufrieden zumal auch Obst und andere Früchte reichlich reiften.

Oktober
Warm und stürmisch

Die ersten Oktobertage waren zwar noch recht warm, brachten aber erhebliche Niederschläge. Da die Winde aus Südwest mit 61% einen besonders hohen Anteil hatten, gab es auch im restlichen Monat immer wieder Wolken. Nur Mitte Oktober etablierte sich für drei Tage ein Hoch und brachte kalte Luft aus Nordosten. Morgennebel und vereinzelt Bodenfrost waren die Folge. An der klimatologischen Messstation der Fachhochschule Jena wurde mit 2,2C am 17. Oktober die niedrigste Lufttemperatur gemessen. Doch das war nur ein kurzer Vorgeschmack auf die kalte Jahreszeit, denn schon folgte eine sehr warme letzte Dekade mit rekordverdächtigen Temperaturen, sodass sich die Jenaer Straßencafés noch einmal bevölkerten. Mit 24,9C wurde am 26. des Monats die 25-Gradmarke knapp verfehlt. Am Ende war der Oktober mit 13,3C dreieinhalb Grad wärmer als das langjährige Mittel und zählt gemeinsam mit dem Oktober 2001 zu den wärmsten in den letzten Jahrzehnten. Entsprechend der Wetterlage waren die Niederschläge mit 62 mm ergiebiger als sonst. Besonders reichlich kam der Regen in der Nacht zum 2. Oktober, als zwischen ein und zwei Uhr 18 mm registriert wurden. Übrigens war das die Zeit, in der Quirla und der angrenzende Wald von einem Tornado heimgesucht wurden. Diese kleine, lokal sehr begrenzte Variante eines Wirbelsturms wird auch als Windhose bezeichnet. 1984 richtete solch ein Phänomen auch in Neue Schenke schwere Verwüstungen an. Überhaupt war der Oktober der bisher windigste Monat des Jahres, was besonders in den letzten Tagen spürbar wurde. Große Mengen von buntem Laub bewegten sich durch die Luft, um sich dann an unvorhergesehenen Orten aufzutürmen. Sehr herbstlich, sehr imposant.

November
Anhaltend mildes Wetter

Das war kein typischer November. Zwar begann der Monat mit einem Sturmtief und polarer Kaltluft, doch blieb der 2.11. mit einem Minimum der Lufttemperatur von -0,8C der einzige Tag mit Minusgraden. Bisher konnte man im November durchschnittlich mit neun Frosttagen rechnen. Auf den kalten Monatsbeginn folgten überwiegend milde Tage. Die mittleren Temperaturen lagen zwischen 6 und 13C. Am 16.11. wurden sogar noch einmal 20,0C gemessen. Kein Wunder, dass einige Studenten an der Fachhochschule die kurzen Hosen wieder hervor holten. Mit einer Durchschnittstemperatur von 8,7C war auch der November deutlich zu warm. Rückblickend wird deutschlandweit der gesamte Herbst 2006 als der Wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen eingestuft. Alle drei Monate, September bis November, waren 3 - 4 Grad wärmer als das langjährige Mittel (1961-90). Die regionalen Prognosen zum Klimawandel weisen langfristig eine Temperaturverschiebung in eben dieser Größenordnung aus. Man wird sich darauf einstellen dürfen bzw. müssen. Blühende Rosen und Sonnenblumen im November sind allerdings nur eine Seite der Medaille. Die meisten Niederschläge fielen mit 10 mm am 9. November. Insgesamt regnete es an 13 Tagen. Mit 40 mm entspricht die resultierende Monatssumme im Rahmen der Messgenauigkeit exakt dem langjährigen Mittel für Jena. Die Niederschläge fielen ausschließlich in flüssiger Form. Nur wer sehr wachsam war, konnte mit etwas Glück am Anfang des Monats auch schon eine Schneeflocke sehen.

Dezember
Wenig Winter

Im Dezember setzte sich die anhaltend milde Witterung fort. Zunächst gab es nur vereinzelt etwas Bodenfrost. Hingegen wurden am 5. und 8. des Monats Temperaturen bis 15C gemessen. An Winter war da nicht wirklich zu denken, und auch um das "Weihnachtstauwetter" brauchte sich keiner zu sorgen. Zu den Festtage setzte sich ein Hochdruckgebiet fest. Das bescherte etliche Nebeltage bevor sich die Sonne auch in den Tallagen durchsetzen konnte. In den langen klaren Nächte sanken die Temperaturen dann doch endlich deutlich unter den Gefrierpunkt und am 27.12. wurde das Minimum der Lufttemperatur mit -3,5C festgestellt. Einen Tag später schneite es sogar. Doch das zarte Weiß blieb, wenn überhaupt, nur wenige Stunden liegen. Zum Monatsende zog ein Orkantief über ganz Deutschland und führte wieder wesentlich wärmere Luftmassen heran. An der Fachhochschule wurden Windspitzen bis 22 m/s gemessen, was immerhin schon der Windstärke 9 entspricht. Insgesamt war der Dezember mit 6,0C im Vergleich zum langjährigen Mittel reichlich vier Grad zu warm und deutlich wärmer als in vergangenen Jahren. So erstreckte sich auch die Vegetationsperiode, die meistens in der ersten Novemberhälfte endet, bis weit in den Dezember hinein. Man könnte also 2006 von "Grüner Weihnacht" sprechen. Weniger offensichtlich war, dass im vergangenen Dezember die wenigsten Niederschläge des Jahres fielen. Mit 11 mm wurde nur ein Viertel der durchschnittlichen Menge erreicht. Regen und an einem einzigen Nachmittag Schnee waren recht gleichmäßig über den Monat verteilt. Abschließend ein Blick auf die Jahresstatistik: Durch den kalten Januar erreicht 2006 bezüglich der Temperatur für dieses Jahrtausend mit 10,9C nur den zweiten Platz. Es führt weiterhin das Jahr 2000 mit einer mittleren Jahrestemperatur von 11,0C. Die Niederschlagssumme für 2006 verfehlt mit 576 mm den Durchschnittswert nur um knapp 2%.


Anfang