Klimastation / Statistik / Rückblick 2008

Monatliche Rückblicke 2008

2007 2008 2009 Überblick

Januar Februar März April Mai Juni
Juli August September Oktober November Dezember

Januar
Warm und windig

Das Jahr begann mit einigen fast winterlichen Tagen. Die mittleren Temperaturen lagen unter dem Gefrierpunkt. In den Höhenlagen von Thüringerwald und Vogtland lag sogar ausreichend Schnee zum Skifahren. Etwas Sonnenschein gab es auch. Das Minimum erreichte die Lufttemperatur in Jena mit -3,9C bereits am 4. Januar. Doch schon am Tag der heiligen drei Könige schwand die Hoffnung auf einen richtigen Winter. Es regnete und wurde immer wärmer. Extrem milde und feuchte Luft brachten Tiefausläufer aus westlicher Richtung am 19. des Monats. Die Lufttemperatur erreichte an diesem Tag mit 14,1C ihr Maximum. Für die Brockenregion wurde vor starkem Regen und am Fichtelberg vor Sturm gewarnt. Auch in Jena wehte es ganz anständig. Niederschläge kamen jedoch kaum bis zu uns. Erst am Morgen des 22. regnete es zwei Stunden relativ kräftig. Am Ende war auch etwas Schnee dabei, der aber nur an den Berghängen kurzzeitig liegen blieb. Im Tal zeigten sich hingegen recht selbstsicher die ersten Frühblüher. Insgesamt gab es mit 24 mm etwas weniger Niederschläge als in anderen Jahren.
Mit größerer Spannung wird sicher die Einordnung der mittlern Monatstemperatur erwartet. Dies lag mit 5,6C fünf Grad über dem langjährigen Mittel. Damit war es zwar kälter als im Januar 2007 aber dennoch deutlich zu warm für diese Jahreszeit. Neben der hohen Lufttemperatur waren hohe Windgeschwindigkeiten für den vergangenen Januar charakteristisch. Die dominierenden überregionalen Wetterlagen bestimmten auch die typische Hauptwindrichtung. Mit 61% war die Südwestrichtung besonders häufig. 2007 war der Januar stürmischster Monat des Jahres mit ebenfalls sehr hohem Anteil Südwestwind. Damit es bei uns im Winter kalt wird, muss die zugeführte Luft aus entgegen gesetzter Richtung kommen. In ruhigeren Zeiten lassen sich an der Fachhochschule auch lokale Windsysteme z.B. ein Umschlagen der Windrichtung am Nachmittag auf Nord bzw. Nordost beobachten. Strahlungstage mit deutlichen Temperaturunterschieden sind da besonders geeignet.

Februar
Sonnig und trocken

Der Februar 2008 begann sehr stürmisch. An der Fachhochschule wurden Windspitzen bis 28 m/s gemessen. Bei nur einigen Grad über Null und Regen war es sehr ungemütlich. Doch "Jena leuchtet" konnte am 2. Februar bei halbwegs moderaten Wetterverhältnissen stattfinden. Von alters her ist Maria Lichtmess das Datum, welches mit Licht und deutlich zunehmender Tageslänge in Verbindung gebracht wird. Immerhin geht die Sonne verglichen mit der Wintersonnenwende ein halbe Stunde eher auf und fast eine ganze Stunde später unter! In Jena konnte dies bei klarem Himmel einen Tag später beobachtet werden - ein herrlicher Sonnentag. Niederschlagfreies Hochdruckwetter blieb dann für den Februar auch weiterhin bestimmend. Am 16. Februar wurde mit 1019 hPa der höchste Luftdruck an der FH gemessen. Die dabei eingeströmte Kaltluft führte zu einer frostigen Nacht mit Temperaturen bis -7C. Doch winterlich wurde es nicht. Schon eine Woche später, saß man bereits in Jenas Straßencafés. Am Sonntag den 24.2. war es mit einem Maximum der Lufttemperatur von beachtlichen 19,2C besonders warm. Da die milde Witterung bis Monatsende anhielt, war die mittlere Lufttemperatur im Februar mit 5,0C zwar etwas kälter als im diesjährigen Januar, aber immer noch fast vier Grad wärmer als im langjährigen Mittel von 1961-90.
An zehn Tagen wurden 21 mm Regen registriert. Das sind 38% weniger als im Durchschnitt. Schnee gab es keinen. Stattdessen schien die Sonne schon recht reichlich. Die Globalstrahlung erreichte immerhin einen Wert von 45 kWh/m². Da wundert es nicht, dass Pollen z.B. von Hasel und Erle schon den ganzen Monat unterwegs waren.

März
Weiße Ostern

Der März war ein Monat der großen Gegensätze. Auf Orkantief "Emma", gleich am ersten des Monats, mit ordentlichem Gewitter und Windspitzen bis 23 m/s folgten einige wärmere und sonnige Tage. Unter Hochdruckeinfluss wurde dann kurzzeitig kältere Luft herangeführt, bevor eine recht milde Witterungsphase mit Temperaturen bis 15C einsetzte. Doch die Prognosen tilgten frühzeitig alle Hoffnungen auf ebensolche Ostertage. Am Karfreitag fiel das Barometer bedrohlich und der Luftdruck erreichte gegen 16 Uhr ein neues Rekordtief für die Klimastation der Fachhochschule von 950 hPa, ein Wert 40 hPa unter dem Durchschnitt. Entsprechend windig war es an diesem Tag, die Wolken wurden nur so über den Himmel getrieben. Vor allem aber brachte das Tief Frost und Schnee. Zu Ostern verschwand so manche Blüte mindestens zeitweise unter einer mehrere Zentimeter dicken weißen Schicht. Das winterliche Wetter hielt die ganzen Ostertage an. Am Montagmorgen war es mit -5,2C am kältesten. In den Vormittagsstunden zeigte sich dann doch noch die Sonne und Kurzentschlossene konnten ihren Osterspaziergang nachholen.
Auf den sehr zeitigen Termin, drei Tage nach Frühlingsanfang, kann man das überwiegend unfreundliche Osterwetter nicht schieben. Zum einen sind Kälteeinbrüche auch im April oder gar Anfang Mai möglich, zum anderen gab es ja bereits herrliche Tage in diesem Jahr. Auch die letzten Märztage waren im Kontrast zu Ostern sehr mild. Das Maximum der Lufttemperatur wurde am 30. des Monats mit 18,5C registriert. Das war nun ausgesprochen frühlingshaft und angenehm, auch wenn der Höchstwert vom Februar knapp verfehlt wurde.
Trotz der anhaltend kalten Witterungsphase lag das Monatsmittel der Lufttemperatur im März mit 5,8C ein Grad über dem langjährigen Mittel. Die acht Tage mit Frost wurden zwar als reichlich und fast "unzumutbar" empfunden, aber 1961-90 gab es im Durchschnitt 12 und 2006 waren es sogar 22 Frosttage im März.
Besondere Niederschlagsereignisse gab es nicht. Insgesamt fielen im März 51 mm Regen und Schnee, also etwas mehr als im Mittel. Da der automatische Regenmesser an der Fachhochschule nicht zwischen flüssigen und festen Niederschlägen unterscheidet, kann die Frage, ob es Ostern wirklich mehr Schnee gab als im ganzen Winter hier nicht exakt beantwortet werden.

April
Viel Regen

Im April überrascht wechselhaftes Wetter nicht. So gab es im vergangenen Monat einige sonnige Tage, jedoch hatten Wolken und Regen den größeren Anteil. Mehrmals war ein schöner Regenbogen vor dunklem Hintergrund zu erleben. Vor allem gegen Ende des Monats erfreute frisches Grün und die ersten Obstblüten das Auge. Teilweise war der Frühlingszauber allerdings im Nebel verhüllt. In der ersten Woche tauchten sogar noch ein paar Schneeflocken auf. Die Lufttemperatur blieb aber knapp über Null. Frost gab es nur einmal und zwar bis -1,5C am 17. April, einem sehr klaren Morgen. Gegen Monatsende wurde es kontinuierlich wärmer. Der 27. und 28. April waren die sonnigsten und wärmsten Tage des Monats. Plötzlich war es geradezu sommerlich. Die Globalstrahlung erreichte eine Tagessumme von 6,6 kWh/m² und das Maximum der Lufttemperatur lag bei 23,9C. Trotz zu kühler Witterungsphasen war der April insgesamt mit 8,9C drei Zehntel wärmer als der Vergleichswert aus den Jahren 1961-90.
Deutlicher fiel die Abweichung vom langjährigen Mittel bei den Niederschlägen aus. Mit 102 mm lag die Regensumme um 79% über dem Durchschnitt. Zum Glück war der Regen relativ gleichmäßig über den Monat verteilt. Zeitweise zeigten sich Wiesen und Felder sehr feucht bis sumpfig. Große Pfützen kündeten von einem hohen Grundwasserstand. An vier Tagen regnete es mehr als 10 mm. Der höchste Wert wurde mit 17 mm am 9. April erreicht. Überschwemmungen gab es nicht. Die große Variabilität bei den Niederschlagsmengen wird deutlich, wenn man im Gegensatz dazu das letzte Jahr betrachtet, wo der April mit nur 5 mm bedrohlich trocken ausfiel.

Mai
Sonnig und trocken

Der Mai war recht schön! Nach langer Zeit stellte sich mal wieder stabiles und planbares Hochdruckwetter ein. Schon Himmelfahrt, am 1. des Monats, war es fast trocken, mäßigwarm und überwiegend sonnig. Bei klarem Himmel sank die Lufttemperatur am 4. Mai gegen Morgen noch mal auf 4,8C. Nach und nach erwärmte sich die Luft. Zu Pfingsten waren zwar die Abende immer noch etwas kühl, aber sonst herrschte wunderbares Festwetter. Von den "Eisheiligen" war nichts zu spüren. Auch weiterhin machte der "Wonnemonat" seinem Namen Ehre. Einige Freibäder öffneten sogar vorzeitig. Eine kurze Störung brachte um den 17. Mai ein paar Wolken und etwas Regen. Der "Zug der Jenaer Geister" kam glücklicherweise trocken um die Runde. Die Sonne konnte sich in den folgenden Tagen schnell wieder durchsetzen. Richtig warm und auch schwül wurde es zum Monatsende. Die letzten vier Maitage waren die ersten vier Sommertage nach meteorologischer Sichtweise in diesem Jahr. Die 30-Grad-Marke wurde am 30. Mai nur knapp verfehlt. Das Maximum der Lufttemperatur lag bei 29,6C. Insgesamt lag die mittlere Lufttemperatur im Mai bei 15,6C, also zwei Grad über dem langjährigen Mittel.
Die warm-feuchte Luft am Monatsende führte in anderen Regionen zu teilweise heftigen Unwettern, vor allem mit Hagel. In Jena musste man sich eher anstrengen, um vereinzelt Blitz und Donner wahrzunehmen. Nennenswerter Niederschlag viel nur an sechs Tagen. So kamen auch nur 21 mm Regen zusammen, halb soviel wie in einem durchschnittlichen Mai. "Kühl und naß ", wie sich der Landmann den Mai wünscht, war er diesmal nicht.

Juni
Sommerlich und sehr sonnig

Die sommerliche Witterungsphase von Ende Mai setzte sich im Juni bei überwiegend nordöstlicher Anströmung fort. Erst am 11. Juni kamen ein paar Wolken. Die Tage vom 12. bis 17. waren die einzigen, die etwas kühler als das langjährige Mittel waren. Das Minimum der Lufttemperatur wurde mit 7,9C am 15. Juni gemessen. In den Medien hieß es dazu: "Schafskälte pünktlich eingetroffen". Tatsächlich ist ein Kälteeinbruch in dieser Zeit - im Gegensatz zu vielen anderen "Wetterregeln" - meteorologisch belegt. Schaut man auf die mittleren Tageswerte vom Schillergäßchen im Vergleichszeitraum 1961 bis 90, so kann man dort für den 11. und 16. Juni kleine lokale Minima finden, die etwa um ein Grad von der Jahreskurve abweichen. Statistisch gesehen hält sich der "Einbruch" der Temperatur also in Grenzen, ist aber erkennbar.
Im weiteren Verlauf war der Juni durchgehend sonnig und warm. Die höchste Temperatur wurde an der Fachhochschule mit 32,0C am 22. Juni registriert. Alles in Allem ein stattlicher Sommeranfang. Auch Glühwürmchen fehlten nicht. Bei reichlich Sonnenschein war der Juni mit 18,7C zwei Grad wärmer als im Vergleichszeitraum. Die Globalstrahlung erreichte mit 177 kWh/m² nach Juni 2003 und Juli 2006 die dritthöchste Monatssumme in den letzten neun Jahren.
Die Niederschläge waren recht gleichmäßig über den Monat verteilt. Meist waren es kurze Schauer, teilweise verbunden mit leichten Gewittern. Obwohl mit 50 mm immerhin 66% der durchschnittlichen Regensumme erreicht wurde war es zum Monatsende sehr trocken.
Die Taupunkttemperatur, ein temperaturunabhängiges Maß für die Luftfeuchte, bewegte sich in einem Bereich zwischen 6 und 20C. Klar also, dass ein abendliches kühles Getränk im Glas auch bei gleicher Temperatur nicht immer beschlug.

Juli / August
Wechselhaft aber warm

Die Ferienmonate Juli und August waren von wechselhafter Witterung geprägt. Zahlreiche Teiltiefs brachten immer wieder Wolken, Regen und auch Wind. Dazwischen gab es hochsommerliche Abschnitte. Der wärmste Tag war bereits der 2. Juli mit einem Tagesmittel von 25,2C und einem Maximum von 33,5C. Am 7. August lag das Tagesmaximum sogar noch zwei Zehntel höher. In Erinnerung blieb eine Folge von sieben zusammenhängenden trockenen und heißen Tagen Ende Juli bis zum 1. August. Nicht mehr ganz so warm, aber doch sehr schön und sonnig war auch das letzte Wochenende im August mit verschiedenen Weinfesten in der Umgebung. Wegen der relativ häufigen Störungen und Wetterwechsel fand so mancher seine Erwartungen an den Sommer nicht erfüllt. Ein Blick auf die Zahlen zeigt aber, dass beide Monate sehr warm waren und die Monatsmittelwerte mit 20,0C und 19,5C jeweils etwa zwei Grad über dem langjährigen Mittel lagen. Mitverantwortlich dafür war auch die überdurchschnittlich hohe Anzahl von warmen Nächten. Die Minima der Lufttemperatur lagen bei 10,1C am 24. Juli und bei 9,0C am 16. August.
Die zwar relativ häufigen Niederschläge verteilten sich recht gleichmäßig über die Wochen. Extreme Gewitter oder Wolkenbrüche gab es nicht. Der stärkste Regen wurde am Morgen des 4. August registriert. Da fielen an der Fachhochschule immerhin 12 mm Regen in 10 Minuten! Obwohl der Durchschnitt im Juli mit 45 mm fast und im August mit 63 mm exakt erreicht wurde, wirkten Boden und Vegetation ausgesprochen trocken. Verantwortlich dafür war das Defizit an Niederschlägen im Juni und vor allem im Mai. In anderen Regionen, besonders im Alpenraum, regnete es hingegen mehr als reichlich.

September
Kalter Herbstbeginn

Der September begann mit einer feuchtwarmen Südwestwetterlage mit einigen Sommertagen und zwei ordentlichen Gewittern gleich am 3. des Monats. Das Maximum der Lufttemperatur wurde mit 26,4C am 11. September erreicht. Danach wechselte die Windrichtung auf Nord bis Nordost. Deutlich kältere Luft bestimmte nun das Wetter in unserer Region. Am wichtigen 13. September fiel das noch nicht so ins Gewicht, da die Sonne reichlich schien. Übrigens war es der stürmischste Tag des Monats. Weiterhin kündete häufiger dichter Morgennebel vom Herbst. Der erste leichte Bodenfrost zeigte Spuren in einigen Gärten. Dahlien, Paprika, Zucchini usw. wurden in Mitleidenschaft gezogen. An der Fachhochschule ereichte die Lufttemperatur am 18. September mit 0,7C ein Minimum knapp über dem Gefrierpunkt. In klaren Nächten bewirkt die Abstrahlung am Boden eine deutlich höhere Abkühlung. Der Unterschied zwischen Boden- und Lufttemperatur zwei Meter über dem Grund kann daher mehrere Grad betragen. Nach dem Kälteeinbruch folgte eine Reihe sehr grauer und ungemütlicher Tage, bevor ein kurzes Hoch für einen schönen sonnigen Monatsabschluss mit Temperaturen bis 20C sorgte. Die Herbstfärbung kam gut zur Geltung.
Nach einem sehr warmen Sommer war der September mit einer Temperatur von 13,4C der erste Monat des Jahres, der kühler war als das langjährige Mittel und zwar um fast ein Grad. Vor allem die Nächte waren kälter als sonst. Die niedrigste Temperatur der vergangenen Jahre für diesen Monat wurde mit 2,3C im September 2005 gemessen. Regen wurde mit 47 mm etwas mehr als im Durchschnitt registriert. Markant waren die erwähnten Gewitter mit 12,4 mm Niederschlag. Ansonsten gab es keine größeren Ereignisse. Auch 19 Tage ohne Niederschlag stellen keine Besonderheit dar. Der Boden war am Monatsende immer noch recht trocken.

Oktober
Viel Regen und Nebel Oktober

Die Witterung im vergangenen Oktober war sehr vielseitig. Ein Sturmtief prägte die ersten Tage des Monats. Windgeschwindigkeiten bis 20 m/s ließen den Monatsanfang auch dann noch sehr ungemütlicher erscheinen, als der Regen nachließ. Wie goldener Oktober sah es zunächst nicht aus. Doch zum Ferienbeginn wurde es deutlich sonniger und wärmer. Am 13. Oktober stieg das Thermometer noch einmal auf sommerliche 23,7C. Von kleinen Störungen unterbrochen folgten einige milde Tage. Die Laubfärbung zeigte sich nun in aller Pracht. Sogar die kurz vor der feierlichen Übergabe von Haus 4 auf dem Campus gepflanzten Bäume hatten noch ihre bunten Blätter. Gegen Ende der Ferien wurde die Luft immer kühler. Für einen Imbiss im Freien war man auf direkten Sonnenschein angewiesen. Am 24. des Monats sank zwischen 7 und 8 Uhr morgens die Temperatur unter den Gefrierpunkt. Das Minimum lag bei -0,3C. Ohne Nebelbildung wäre es sicher noch kälter geworden. Anhaltenden Nebel gab es auch zum Monatsende, teilweise ganztägig. Ein markantes Tief sorgte für die Einstimmung auf November und Winter. Die angekündigte Schneefallgrenze von 300 Metern wurde am 30. Oktober Realität. Wo es Wolken und Nebel zuließen, waren die Jenaer Berge in zartem Weiß zu sehen. Wer von oben kam hatte eventuell noch eine ordentliche Portion Schnee auf dem Autodach.
Insgesamt lag die mittlere Monatstemperatur mit 10,3C einige Zehntel über dem langjährigen Mittel. Beim Regen fiel die Abweichung deutlicher aus. Mit 65 mm lag die Regensumme etwa 60% über dem Durchschnitt. Am stärksten regnete es mit 13,4 mm am 30. Oktober. Die vielen Nebelstunden führten zu einer hohen mittleren Luftfeuchte von 87%.

November
Zaghafter Wintereinbruch im November

Nach den ersten Schneeflocken Ende Oktober folgte sehr graues Novemberwetter. Eine knappe Woche war die Sonne kaum zu sehen. Eintöniger Nebel und Nieselregen bestimmten das Geschehen. Die relative Luftfeuchte blieb auch tagsüber bei 100%. Die Temperatur stieg allmählich auf zehn Grad an. Wie es bei solchen Wetterlagen typisch ist, waren die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sehr gering. Am 6. November lagen Minimum und Maximum nur 1,6C auseinander, auch ein Anzeichen für sehr wenig Wind und geringen Luftaustausch. Erst in der zweiten Woche gab es endlich wieder "richtiges Wetter". Die höchste Lufttemperatur wurde mit 16,4C am 11. November erreicht. Ein wunderbarer Tag war auch der 15. des Monats, ein Samstag. Wer hier Zeit für ein paar Schritte durch die Landschaft fand, konnte bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein herrlich weit ins Land schauen. Die Tagessummen für Global- und UV-Strahlung spiegelten dies wider und verzeichneten für diesen Tag deutliche Höchstwerte. Von völlig anderer Seite zeigte sich die zweite Monatshälfte. Ein Tiefdruckgebiet brachte hochgreifende polare Kaltluft. Ein gewaltiger Wintereinbruch und Schneechaos wurden angekündigt. Zwei Tage beschäftigte die Tagespresse dieses Thema. In allen Medien wurden Räumfahrzeuge abgebildet und die Salzreserven diskutiert. Am 21. war es in Jena wirklich soweit: Mittags erhob sich ein kurzer aber kräftiger Schneesturm. Am späten Abend wurde es etwas weiß. An elf Tagen sank die Lufttemperatur unter null Grad. Am kältesten war es mit -3,8C am 25. November. Insgesamt war der November mit 6,1C trotzdem ein Grad wärmer als im Vergleichszeitraum 1961-90. Die Niederschlagssumme erreichte hingegen nur 23 mm, das sind etwa 30% weniger als sonst. Die stärksten Niederschläge (noch als Regen) verursachte die ausgeprägte Kaltfront am 20. November.

Dezember
Heftige Niederschläge am 1. Dezember

Der Dezember begann mit heftigen Niederschlägen gleich am Ersten des Monats. Gegen Mittag begann es erstaunlich heftig zu regnen. Später ging der Regen in nicht weniger intensiven, sehr feuchten Schneefall über. Wer da unterwegs sein musste, war binnen kurzer Zeit völlig durchnässt. Regen und Schneetreiben hielten bis Mitternacht an. Damit war der erste Dezember der niederschlagreichste Tag des Jahres 2008. Es kamen 22 mm zusammen. Die Lufttemperatur bewegte sich abgesehen von einigen Nachtfrösten knapp über Null. Vor Weihachten wurde es geradezu mild. Am 22. Dezember erreichte die Lufttemperatur an der Fachhochschule mit 10,2C ihr Monatsmaximum und die Hoffnung auf "weiße Weihnachten" schmolz dahin. Danach wurde es deutlich kühler. Die heilige Nacht bescherte kalten Nieselregen. Zum Jahresende wurde es klar, kalt und sonnig. Die Temperatur erreichte am 30. Dezember mit -9,3C den niedrigsten Wert des Jahres. Obwohl der Dezember insgesamt mit 1,9C wenige Zehntel wärmer war als im Vergleichszeitraum, war er der kälteste Monat des Jahres. Zur Erinnerung: die Monatsmittel für Januar und Februar lagen bei fünf Grad und mehr! Kein Wunder also, wenn 2008 mit einem Jahresmittel von 10,9C zu den warmen Jahren gehörte.
Durch den furiosen Monatsbeginn fiel die Niederschlagssumme im Dezember mit 47 mm etwas reichlicher aus als im Durchschnitt. Regen und Schnee wechselten sich ab. Am 12. Dezember schneite es in den Bergen sogar reichlich und auch in Jena war es weiß. In der Jahresbilanz ergab sich mit 558 mm ein kleines Defizit von 29 mm zum langjährigen Mittel aus den Jahren 1961-90. Die meisten Niederschläge fielen mit 102 mm im April.


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