Klimastation / Statistik / Rückblick 2009

Monatliche Rückblicke 2009

2008 2009   Überblick

Januar Februar März April Mai Juni
Juli August September Oktober November Dezember

Januar
Strenger Frost zu Jahresbeginn

Das Jahr 2009 begann sehr winterlich! Schnee und Kälte ergänzten sich gut. Andauernder Frost ließ die Saale zufrieren und auf der Wöllmisse tummelten sich die Skifahrer. Schienen zunächst Temperaturen um minus zehn Grad bereits als kalt, knirschte in der zweiten Woche der Schnee nochmals ganz anders unter den Schuhen. An der Fachhochschule erreichte die Lufttemperatur mit -20,8C am Morgen des 7. Januars ihren niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast zehn Jahren. An ungeschützten Orten und in Bodennähe wurden in diesen Tagen Kälterekorde bis -27C gemessen. Dabei war es trocken und herrlich sonnig. Erst Mitte des Monats taute der Schnee im Stadtgebiet. Stellenweise blieben bedenkliche Salzbeläge zurück. Nordhänge und schattige Wege waren jedoch noch lange "sauglatt". Wenige frostfreie Tage gab es um den 20. Januar. Hier wurden im Maximum 8,5C gemessen. Spannend gestaltete sich das Orkantief "Joris" am 23. des Monats. Von einem Tag auf den andern sackte der Luftdruck um 40 hPa auf ein Rekordtief von 945 hPa ab. Einfache Barometer zeigten sich irritiert, soviel "Sturm" ist da nicht vorgesehen. Die höchsten Windspitzen lagen bei über 17 m/s. Das folgende Hoch bescherte ruhiges aber langweilig trübes Wetter. Erst in den letzten Januarstunden begann es noch mal zu schneien und schwups war wieder alles weiß.
Im Vergleich zum langjährigen Mittel 1961-90 war der Januar mit -2,0C fast zweieinhalb Grad zu kalt. Die niedrigsten Temperaturen lagen damals im Schillergäßchen bei -23,5C. Die für jenaer Verhältnisse relativ beständige Schneedecke täuschte darüber hinweg, dass die Niederschlagsmenge mit 10 mm ausgesprochen niedrig ausfiel.

Februar
Reichlich Regen und Schnee

Nach zwei sehr milden Wintern prägte sich der letzte Januar als besonders kalt und frostig ins Gedächtnis ein. Dagegen fiel der Februar zumindest in Jena eher mittelmäßig aus. Anfangs gab es etwas Sonnenschein. So wurde es besonders deutlich, dass zu Maria Lichtmess (2.2.) die Sonne schon wieder deutlich höher steht. Mit der Sonne stiegen auch die Temperaturen etwas. Am 6. Februar wurde an der Fachhochschule schon mal 10,3C gemessen. Mitte des Monats wurden die häufigen Niederschläge ergiebiger. Regen und Schnee wechselten sich ab und es wurde wieder deutlich kühler. Leicht beschneite oder überfrorene Wege am Morgen waren fast schon normal. Am 19. Februar war es mit -9,2C noch mal richtig frostig. Zum Monatsende hin wurde es ganz langsam milder. Erst in den letzten Tagen zeigten sich die ersten Frühblüher in den Vorgärten. Mit 1,9C war der Februar insgesamt ein halbes Grad wärmer als im langjährigen Mittel 1961-90.
Niederschläge fielen mit 46 mm reichlich und gut verteilt. Oft war es grau, nass und kalt. Nur an sieben Tagen blieb es trocken. Häufig war es morgens etwas weiß. Aber in Jena blieb es nicht lange dabei. Im Thüringerwald oder Erzgebirge sah das anders aus. Dort sammelten sich erstaunliche Schneemengen an. Regen, durchfeuchteter und teilweise noch gefrorener Boden sowie Schneeschmelze ließen den Wasserstand der Saale deutlich ansteigen.

März
Sehr wenig Sonnenschein

Frühling konnte man die wenigen wärmeren Momente im März noch nicht nennen. Eher wäre der vergangene Monat als Kaltstart einzustufen. Doch das Gefühl täuscht etwas, denn im Durchschnitt lag die Temperatur fast ein Grad über dem langjährigen Mittel. Allerdings schien die Sonne nur sehr selten und so blieben die Tageshöchstwerte der Lufttemperatur deutlich unter den Erwartungen.
Die erste Monatshälfte war vor allem durch anhaltende Niederschläge bestimmt. Entsprechend lang hielt der relativ hohe Wasserstand der Saale an. Die im Bau befindliche Fischtreppe am Burgauer Wehr wurde so schon mal ordentlich geflutet. Um den 13. März (eine Freitag) wurde es deutlich milder, auch des Nachts. Doch eventuelle Hoffnungen waren verfrüht. Es regnete wieder, selbst im Stadtgebiet Jena waren mehrmals Schneegraupel, aber auch dicke Flocken zu beobachten. Am Abend des 23. überraschte ein besonders heftiger Schauer mit Blitz und Donner! Einen Tag später waren bereits in der ersten Nachthälfte Rabatten und Autodächer weiß. In den Höhenlagen, des Thüringer Waldes wurde es noch mal richtig winterlich. An der Fachhochschule wurde in diesen Tagen ein Minimum der Temperatur von -2,5C gemessen. Erst ganz am Ende des Monats konnten Wärmeliebhaber aufatmen: Endlich kündigte sich eine stabile Hochdruckwetterlage mit Sonnenschein und langsam steigenden Temperaturen an. So war dann der 31. des Monats mit bescheidenen 13,6C der wärmste und auch strahlungsreichste Tag.
Die mittlere Lufttemperatur betrug im März 5,7C. Die Niederschlagssumme belief sich auf 53 mm und lag damit etwa 20% über dem Durchschnitt. Neben den niedrigen Tagesmaxima der Temperatur, fiel im März die im Vergleich zu den Vorjahren besonders niedrige Globalstrahlungssumme von 64 kWh/m² auf.

April
Rasante Entwicklung der Vegetation

Nach einem unfreundlichen März kam der Frühling mit Macht und sorgte für einen explosionsartigen Wachstumsschub in der Natur. Zwar gab es am 1. des Monats noch einmal leichten Frost bei einer Lufttemperatur von -0,3C, dann wurde es aber deutlich wärmer. Schon zehn Tage später, zum Karfreitag, konnte der Monatshöchstwert von 24,5C gemessen werden. Es war weder zu heiß noch zu trocken, sondern angenehm warm und anhaltend sonnig. Mit dem Wetter konnte man zu frieden sein, vor allem an den Ostertagen. Plötzlich wurde es grün! Dann erblühten Kirsch- und Pflaumenbäume. Die Birne folgte bevor eine kurze Störung am 17. April Abkühlung auf normale Apriltemperaturen und reichlich Regen brachte. Doch die Vegetation war nicht mehr aufzuhalten. Um den 20. begann die Apfelblüte, der Raps folgte wenige Tage später, sogar die Kastanie zündete ihre Kerzen an und nicht zu vergessen der Flieder, der sonst doch eher dem Mai zuzuordnen ist. Entsprechend offensichtlich trat Ende April der Blütenstaub in Erscheinung, sogar auf Fensterbrettern und Schreibtischen. Nach einem ergiebigen Gewitter am 28. April verlagerten sich die gelben Partikel aus der Luft auf den Boden. Überhaupt fiel die Regensumme mit 73 mm zu mindest im Raum Jena reichlich aus. Die genannten Tage trugen mit jeweils 22 mm maßgeblich dazu bei.
Dass der April außergewöhnlich warm und sonnig war, war nicht nur zu spüren, sondern inzwischen auch mehrfach zu lesen. An der Fachhochschule Jena wurde eine mittlere Monatstemperatur von 13,3C gemessen, also fast fünf Grad mehr als im langjährigen Mittel. Ebenfalls sehr warm war der April 2007 mit 12,4C. Damals fehlten allerdings Niederschläge fast völlig! Ein Blick auf die Daten der Klimastation im Schillergäßchen weist den April 1961 mit 12C als den wärmsten im vergangenen Jahrhundert aus.

Mai
Ausgewogene Witterung

Nach dem sehr warmen April begann der Mai eher kühl. Am 5. des Monats lag das Tagesmittel der Lufttemperatur noch einmal unter 10 Grad. Das Minimum wurde am Morgen mit 2,3C erreicht. Zur Monatsmitte hin erwärmte sich die Luft bei wechselhafter Witterung. Die "Eisheiligen" zeigten sich auch in diesem Jahr milde gestimmt. Übrigens wurden an der Fachhochschule auch in den letzten Jahren für Mai bisher noch keine negativen Temperaturen gemessen. Die Minima lagen jeweils zwischen ein und fünf Grad. In der zweiten Monatshälfte konnte sich trotz vieler Störungen Frühsommerwetter durchsetzen. Häufige Niederschläge, teils als Gewitter blieben aber charakteristisch für den gesamten Monat. Auch Himmelfahrt war es nicht ganz trocken! Wärmster Tag mit einem Maximum von 29,2C und gleichzeitig das Ende des warmen Wetters war der 26. Mai. Die Tage vor Pfingsten, insbesondere der Samstag, zeigten sich ungemütlich und überraschend kühl. Wer erst zu Monatsende auf Sommerkleidung umstellte musste erstmal frieren. Pfingstsonntag war dann allerdings wieder recht warm und überwiegend sonnig.
So war es im Mai mit 15,2C knapp zwei Grad wärmer als im Vergleichszeitraum. Es gab sechs Sommertage aber keine so genannten heißen Tage. Die Regensumme belief sich für Mai auf 59 mm, was fast genau den Durchschnittswert trifft. Dank des gleichmäßig verteilten und maßvollen Regens konnte alles schön weiter wachsen. Nur an acht Tagen blieb es wirklich trocken. Beim Wandern und Radfahren konnte am Ende des Monats ein kräftiger Duft von Holunderblüten in der feuchten Luft wahrgenommen werden.

Juni
Aprilwetter im Juni

Die ersten Wochen des Monats Juni erweckten den Eindruck, als würde das dieses Jahr ausgebliebene Aprilwetter nachgeholt. Häufige und kurzfristige Wechsel von strahlend blauem Himmel und dunklen Wolken mit Schauern bestimmten das Geschehen. Hoch- und Tiefdruckgebiete hielten sich die Waage. Dazwischen strömte immer wieder Kaltluft in unsere Region. Am 6. Juni sank die Temperatur auf 5,3C. Dazu regnete es auch noch. Wahrlich kein Sommerwetter! Wer sich dieses Datum zum Heiraten wählte, hat schon die erste Bewährungsprobe bestanden. Einen kurzen Lichtblick gab es eine Woche später, am 13. des Monats. Nach einem kleinen Sturmtief schien die Sonne bei etwas Wind und sehr klarer Luft außergewöhnlich kräftig. Die Globalstrahlung erreichte in der Tagessumme einen Rekordwert von 8,6 kWh/m². Auch für die UV-Strahlung wurden die höchsten Werte in den letzten Jahren gemessen.
Doch schon der nächste Tag brachte wieder Regen und am 17. Juni fielen sogar beachtliche 17 mm Niederschlag. Erst am Monatsende änderte feuchtwarme Witterung diesen Trend. Endlich war es, wenn auch nicht sonnig, so doch wenigstens warm. An Abenden ohne Schauer konnte man nun lange draußen sitzen. Zum Ende der Hofopersaison im Uni-Innenhof zeigten sich sogar ein paar Sterne. Mit einem Maximum von 28,1C war der letzte Tag des Monats auch der wärmste.
Insgesamt und Dank des dann doch noch sommerlichen Ausklangs war der Juni mit 16,0C nur sieben Zehntel kühler als sonst. Abgesehen von dem einen sehr ausgeprägten Strahlungstag gab es extrem wenig Sonnenschein für einen Sommermonat. Trotz der vielen Schauer blieb die Niederschlagssumme mit 59 mm etwas unter dem Durchschnitt. Ausgiebige Regengüsse oder Gewitter gab es in Jena nicht. Die regionalen Unterschiede waren allerdings wider mal sehr groß.

Juli
Gewitter und viel Regen

Warm aber überwiegend unbeständig und sehr niederschlagsreich war das Wetter im Hochsommermonat Juli. Längere Schönwetterphasen gab es kaum, statt dessen häufige Wechsel der Temperatur und einige Gewitter. Ursache für diese ebenso zahlreichen wie deutlichen Umschwünge war wiederholtes Auftreten von Tiefdruck- und Westwindlagen. Dabei floss in rascher Folge teils subtropische Warmluft, teils frische Meeresluft nach Mitteldeutschland. Einige fast schon heiße und vor allem sehr schwüle Tage gab es zum Anfang des Monats. Mit einem Maximum der Lufttemperatur von 29,9C am 3. Juli blieb die 30-Gradmarke für diesen Sommer weiterhin unerreicht. Bei Taupunkttemperaturen über 20 Grad kam man schnell ins Schwitzen. Gewitterstimmung bahnte sich an. Die Aussichten für den FH-Wandertag am Montag den 6.7. waren recht düster. Doch zunächst ging es mit etwas Nieselregen ab. Der Abend war sogar sonnig und später zeigt sich kurz der Mond bevor gegen 22:30 Uhr selbst in der Nacht bedrohlich dunkel wirkende Wolken aufzogen. In Richtung Westen waren die ersten Blitze zu sehen. Der Wind frischte auf und zu den nun kräftigen Entladungen gesellte sich anhaltender Donner. Der entsprechende Niederschlag blieb nicht aus: 23 Uhr registrierte der Regenmesser der Fachhochschule Jena 20,1 mm für die vorangegangenen 10 Minuten! Innerhalb einer halben Stunde fielen 30 mm Regen. Das entsprach dann auch nahezu der Tagessumme.
In den 10 Jahren seit Beginn der Datenerfassung an der FH Jena wurde noch nie so viel Regen in so kurzer Zeit gemessen. Regenreichster Tag war in diesem Zeitraum mit 50 mm der 7. Juli 2001. Damals wurde der bisher höchste 10-Minutenwert von 16,9 mm festgestellt, d.h. der Regen verteilte sich auf einen längeren Zeitraum. Bisher wurde an der FH Jena überhaupt nur an 14 Tagen 30 mm oder mehr Niederschlag beobachtet. Diese Menge in einer halben Stunde war schon außergewöhnlich. Da noch einige Gewitter folgten und überhaupt die trockenen Tage eher selten waren belief sich die Niederschlagssumme am Monatsende auf 133 mm, das sind 250% vom Durchschnittswert. Die Statistik führt aber immer noch der September 2007 mit 148 mm Regen an.
Zurück zur Temperatur. Auch ohne heiße Tage war der Juli mit 19,7C anderthalb Grad wärmer als das langjährige Mittel. Am kühlsten war es übrigens mit 11,8C am letzten Tag des Monats.

August
Doch noch Sommer

Der August rettete den diesjährigen Sommer! Eine Vielzahl von Hochdruck- und Südwetterlagen führten zu fast durchgehend sehr sonnigem, warmen und trockenem Wetter. Nach dem schon vermutet wurde, der Sommer fällt aus, kamen nun Erinnerungen an den "Jahrhundertsommer" 2003 auf. So schnell kann sich das Blatt wenden. Ärgerlich nur, dass die Ferien schon Anfang des Monats zu Ende waren. Den ersten heißen Tag des Jahres gab es am 2. August. Weitere folgten in der dritten Woche. Insgesamt wurde die 30-Gradmarke sechsmal überschritten. Am 20. August wurden an der Fachhochschule kurzzeitig 34,7C gemessen. Diese besonders sonnige Witterungsphase endete einen Tag später mit dem Durchzug einer großräumigen Kaltfront. Diese brachte einige Regenschauer aber nur mäßige Abkühlung. Es blieb hochsommerlich und auch nachts kühlte es wenig ab. Erst an den letzten beiden Augusttagen war herbstliche Morgenkühle zu erleben. Das Minimum der Lufttemperatur lag bei 7,5C. Die mittlere Temperatur des Monats lag mit 20,5C drei Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Zum Vergleich: 2003 betrug das Monatsmittel 21,7C.
Nach den reichlichen Niederschlägen im Juli fiel der August sehr trocken aus. Bei den hohen Temperaturen wirkten magere 15 mm Regen wie "ein Tropfen auf den heißen Stein". An 21 Tagen fiel gar kein Niederschlag. Die Trockenheit nahm im Norden und Osten des Landes zum Teil besorgniserregende Ausmaße an. Auch bei uns sah es am Monatsende sehr trocken aus. Der Wind trieb die ersten Blätter durch die Luft. Für einige Kulturen kam die hochsommerliche Witterung zu spät, aber der Wein hat wohl recht ordentlich an Mostgewicht zugelegt.

September
Angenehm warm und sonnig

Obwohl die Meteorologen den September bereits dem Herbst zurechnen, präsentierte er sich in diesem Jahr äußerst sommerlich. Zum Monatsauftakt stieg die Lufttemperatur noch einmal auf 32,3C an, bevor Tiefausläufer vorübergehend wechselhaftes und kühleres Wetter bescherten. Aber schon nach wenigen Tagen setzte sich erneut freundliche und warme Witterung durch. Der Altweibersommer dauerte - von kurzen Unterbrechungen abgesehen - bis zum Monatsende an. Die Zahl der Sommertage belief sich immerhin auf sechs. In der zweiten Monatshälfte trat häufig Morgennebel auf, ein deutlicher Hinweis auf längere und kühlere Nächte. Im Talkessel hält sich diese Erscheinung mitunter hartnäckig bis in den späten Vormittag. Wer sich an solchen Tagen trotz Nebel auf den Weg macht, kann die Sonne außerhalb Jenas deutlich eher erleben! Die niedrigste Temperatur wurde am Morgen des Wahlsonntags mit 6,3C erreicht. Die mittlere Monatstemperatur lag für September mit 16,0C fast zwei Grad über dem langjährigen Mittel. Das entspricht der allgemeinen Empfindung eines schönen Spätsommers.
Die überdurchschnittliche Regenmenge dürfte hingegen eher überraschen. Mit 59 mm fielen 40 % mehr Niederschlag als im Vergleichszeitraum. Einerseits wirkte der trockene August nach. Zum anderen konzentrierte sich der Regen auf nur zwei kurze Phasen. Die erste begann am 3. September mit einem Gewitter. Dann brachte Mitte des Monats ein Mittelmeertief in drei Tagen 28 mm Niederschlag. Ansonsten dominierte trockenes Wetter. Wer noch nicht ausreichend zum Wandern, Radfahren usw. Gelegenheit hatte konnte dies im September ausgiebig nachholen.

Oktober
Starke Kontraste

Der Oktober bot einige Kontraste. Sommerlich warme Tage und Abende lockten zu Monatsbeginn nochmals raus ins Freie. Ein Kaltlufteinbruch brachte den jähen Wechsel zum Frühwinter mit Reif und leichtem Frost. Da musste man sich schon umstellen! Wärmster Tag des Monats war mit einem Maximum von 24,4C der 7. Oktober. Auch die Nacht blieb sehr mild. Ursache war eine föhnige feuchtwarmen Südwestwindlage. Nur eine Woche später sah die Welt ganz anders aus. Es wurde Schneefall bis 300 m gemeldet und im Erzgebirge begann die Wintersportsaison. In Jena gab es immerhin einige Graupelschauer. Kein Wetter für Ferienausflüge. Am kältesten war es bei überwiegend klarem Himmel mit -2.1C am 20. Oktober. Zweimal gab es reichlich Reif. Erst zum Monatsende wurde es wieder etwas wärmer.
Insgesamt lag die mittlere Lufttemperatur für Oktober mit 9,3C ein halbes Grad unter dem langjährigen Mittel. Nebenbei bemerkt, beträgt das Jahresmittel für Jena aus dem Vergleichszeitraum 1961-90 ebenfall 9,3C. Niederschläge fielen mit 52 mm etwas mehr als im Durchschnitt. Regenreichster Tag war mit 12 mm der 16. des Monats. Einige Bäume konnten ihr Blätterkleid über alle Turbulenzen hinweg bewahren und zeigten sich noch zum Monatsausklang bei Sonnenschein in herrlicher Farbenpracht.

November
Außergewöhnlich warm

Der Monat begann mit einem klaren sonnigen Sonntag. Noch einmal waren Reste der Laubfärbung zu bewundern. Am Morgen war es mit 0C allerdings erstmal etwas kälter. An einigen Stellen wird es auch leichten Frost gegeben haben. Aber schon am folgenden Montag war es grau und sehr feucht. Es regnete anhaltend, so dass eine stolze Tagessumme von 15 mm zusammen kam. Von kurzen Aufhellungen abgesehen blieb der November grau und regnerisch. Die vielen Baustellen im Stadtgebiet mit teilweise großen Schlammpfützen verstärkten den Eindruck von Schmuddelwetter. Soweit also waren alle Erwartungen an den November erfüllt. Verkehrte Wellt spielte allerdings die Lufttemperatur! Statt uns langsam auf den Winter einzustimmen, ging sie wieder nach oben, so dass der Oberbürgermeister bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes bewusst vom Frühlingsfest sprach. Die sehr milde Witterung hielt die gesamte zweite Hälfte des Monats an. Am 20. November wurden an der Fachhochschule 17,3C gemessen. Mit 8,7C war der gesamte Monat fast vier Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Genauso warm bei ähnlichem Witterungsverlauf war es in Jena bereits 2006. Im vorigen Jahr hingegen war es deutlich kälter und im November wurden schon 11 Frosttage gezählt.
An Schnee war dieses Jahr nicht einmal zu denken. Alle Niederschläge fielen als Regen. Insgesamt kamen 68 mm zusammen. Das ist etwas mehr als im Durchschnitt. Ursache für das milde und feuchte Wetter waren Südwestwinde in Verbindung mit Atlantiktiefs.

Dezember
Starker Frost zum vierten Advent

Den Dezember prägten zwei völlig unterschiedliche Witterungsphasen. Anfangs setzte sich das milde Wetter vom November mit Temperaturen bis 10,3C fort. Zu Beginn der zweiten Dekade leitete ein markanter Kaltlufteinbruch aus Nordosteuropa eine Frostperiode ein. Der Wechsel der Windrichtung und das anhaltende Absinken der Lufttemperatur waren auch an der Fachhochschule deutlich zu erkennen. Um den vierten Advent erreichte diese Phase ihren Höhepunkt bzw. die Temperatur mit -15,8C ihren Tiefstwert. Wegen des zeitlichen Zusammentreffens hätte man meinen können, es gäbe einen Bezug zur Klimakonferenz in Kopenhagen um Bedenken zur Erderwärmung kurzfristig zu zerstreuen. Etwas Schnee fiel in diesen Tagen auch. Als es wieder wärmer wurde verschwand dieser jedoch in Jena und Umgebung fast völlig, so dass am 22. Dezember die Berge wieder schwarz aussahen. Einen Tag später kehrte ein leichter weißer Überzug zurück, der sich an einigen Stellen bis zum 25. retten konnte. Durch den Wechsel zwischen Tauen und Frieren, Regen und Schnee wurde es recht glatt. Dieser Zustand der Unentschlossenheit hielt bis zum Jahresende an. Silvester regnete es noch stärker auf teilweise gefrorenen Boden und nur unerschrockene Feuerwerker wagten sich hinaus.
Der gesamte Dezember war mit 1,1C etwa ein halbes Grad kälter als im langjährigen Mittel 1961-90. Niederschläge fielen mit 94 mm reichlich. Der überwiegende Teil erreichte uns vor der Kälteperiode als Regen. Einige Zentimeter Schnee waren auch mit dabei. Die Frage nach "weißer Weihnacht" lässt sich allerdings hinterher fast genauso schwer beantworten wie vorher! Insgesamt war 2009 mit einem Jahresmittel der Lufttemperatur von 10,5C und 721 mm Niederschlag ein relativ warmes und recht feuchtes Jahr.


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