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Jahresrückblick 2013

400 Jahre nach der "Thüringer Sintflut"
2013

Verkehrte Welt auch 2013 - Ostern mit Schnee und Weihnachten zweistellige Plusgrade! Das Jahr begann mit mehreren Wechseln zwischen warmer und kalter Witterung und mit auffällig wenig Sonnenschein. Im Februar lockte Schneefall an mehreren Tagen Ski- und Schlittenfahrer vor die Tore der Stadt. Anhaltend kalt war der März. Mit einer mittleren Monatstemperatur von 0,0 °C war er der kälteste Monat des Winters und der kälteste März seit 1987. Im Durchschnitt sind für März in Jena Temperaturen um fünf Grad zu erwarten. 2012 lag das Monatsmittel für März sogar bei 8,5 °C.

Neben dem extrem späten Einsetzen des Frühlings bleibt 2013 vor allem wegen des Hochwassers Ende Mai in Erinnerung. Mit einem heftigen Gewitter am 15. des Monats setzte die Regenphase ein. Mindestens einer der heftigen Blitze ging nicht spurlos an der Messstation vorüber, so dass über Pfingsten keine Klimadaten bereitgestellt werden konnten. Am 26. und 30. Mai steigerten sich die Regenmengen auf jeweils über 30 mm am Tag. Insgesamt wurden im Mai 168 mm statt der üblichen 62 mm gemessen. Der Regen kam großräumig und führte an Donau und Elbe zu erheblichem Hochwasser. Aber auch die Saale trat über die Ufer. Der Höchststand war in Jena am 2. Juni erreicht. Die Stadtrodaer Straße war für einige Tage gesperrt und Schulen blieben geschlossen. Die ersten Katastrophenmeldungen kamen jedoch schon in der Nacht vom 30. auf den 31. Mai aus Stadtroda, wo die Roda bzw. der Weiherbach für Überflutung und Verwüstung gesorgt hatten. Pikanterweise war kurz zuvor in der Presse und auf einer Tagung in Apolda über die sogenannte "Thüringer Sintflut" von 1613 berichtet worden. Damals waren nach Berichten und Schätzungen in Thüringen über 2.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Flüsse Unstrut und Ilm waren besonders stark betroffen.

Ende Juli bzw. Anfang August gab es mehrere Phasen sehr heißer Tage, aber alles im Rahmen dessen, was man von einem Sommer erwartet. Der Herbst war ebenfalls recht schön und warm. Winter gab es bis Jahresende nicht. Lediglich am 7. Dezember waren in Jena Wege und Berge für einige Stunden leicht bepudert. In der Nacht hatte Flockenwirbel auf einigen Straßen für Unruhe gesorgt. Ansonsten war der Dezember mit 4,9 °C viel zu warm.

Insgesamt war das Jahr 2013 mit 9,9 °C nur wenig wärmer als die Vergleichsperiode 1961-90. Bei den Jahresniederschlägen führte vor allem der Mai zu einer überdurchschnittlichen Summe von 668 mm.


Tagesmittel Lufttemperatur
Tagesmittelwerte (TM) der Lufttemperatur, EAH Jena 2000 bis 2018



Dieser Text erschien im Frühjahr 2014 in den "facetten" Nr. 28


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